this section is a bit a mix of a blog & literature - it's texts I write sometimes every day sometimes once a week from now on. Some are more political, some are just ideas, some are short stories, some... it might be everything! The most of them might be in German (use Google translate! haha)

Enjoy!

eudemonia

 

Heutzutage macht man uns weis, man solle alles genau betrachten, wir sollten immer hinschauen, sich selbst und jeden analysieren, sich an jedes Problem, jede Aufgabe und an jedes Thema intellektuell krallen und das Leben durchleuchten wie Rembrandts Gemälde (aber auch die verlieren dadurch). Das Ergebnis ist Schwere, eine unsägliche Traurigkeit, ein Turm von Sorgen und Leid, Raserei und Extremismus in alle Richtungen (man kann ja auch extrem seine eigene Kultur, sein Land und sich selbst hassen wie es nun die Westeuropäer tun; man kann auch extrem blind sein für den Hass und Gewalt anderer; Extremismus hat eben viele Gesichter). Gleichzeitig verordnet uns die dahinrasende Gesellschaft allgegenwärtige Heiterkeit und ein stets strahlendes Lächeln. Sie wundern sich über Burn-out? Ich nicht. Ich funktioniere einfach nicht. Mehr. Vielleicht nie. Es widerspricht meiner Natur. Gehe ich ihr nach, bin ich heiter und frei. Gehe ich mit der Masse mit, bin ich krank und voller Schmerz. Ich bin jedoch stets im Schwanken. Aus Angst vor Einsamkeit. Dann, ganz Kind meiner Zeit, durchleuchte ich mich, meine Regungen und Windungen und das Land, den Kontinet, in und auf dem ich lebe. Und nichts erfreut mich mehr. Der Wahnsinn ist zu verbreitet. Der Graben von mir zu anderen zu tief und breit. Und schon bin ich einsam, verzweifelt und kraftlos. Dann greife ich zu Seneca und denke 'ja, Mister, du hattest alles: Reichtum, eine glückliche Ehe und Unabhängigkeit' – ich nicht! Oder doch? Sehe ich nicht klar? Ist mein Blick vernebelt aufgrund all der Anforderungen, all der neuen Werte – was? Kein Beruf? Kein Geld? Kein Mann? -, der Literatur, jeder Zeile, die ich lese? Sind wir alle spitzfindige Fliegenzerleger geworden? Und dadurch Mörder. Jeglicher Lebenskunst.

 

'Es gibt viel schwierige Situationen in der Welt, über die man am sichersten hinwegkommt, wenn man sie leicht und oberflächlich anpackt; wenn man darüber hinwegrutscht und nicht tief hineintritt.1' Es geht um den Trick, sich abzulenken und die Kunst anzustreben, leicht, oberflächlich und unberührt vor sich hinzuleben.

 

Das klingt leichter als es ist. Es geht daher zunächst um den Trick, dies zu beherrschen. Jeden Tag wie die Stoiker und die Epikureer seine Affekte in den Griff zu bekommen und die prosoché einzuüben, Letzteres klingt kontraproduktiv, denn es beinhaltet auch eine Achtsamkeit für die innere Welt und die wollte ich doch hinter mich bringen! Dabei bin ich kurz vor Rosch HaSchana auf einen ganz anderen Weg gestoßen: die Beschneidung der Zunge und des Herzens. Jahrzehntelang konnte ich damit nichts anfangen und dann dachte ich mir das so: beschneide ich die Zunge, halte ich meine Rede im Zaum und stelle sie gleichsam ab. Will ich schimpfen über einen Menschen, die Zeit, meinen Kummer, mein Unvermögen, die Politik, die Ausweitung der Dummheit im Allgemeinen etc, sage ich 'stop! Schweige!' und zwinge mich dazu, augenblicklich aufzuhören mit all dem, was da aus meinen Munde sprudeln wollte. Ich muß zugeben, daß ich noch Schüler bin, nicht Meister. Manchmal kann ich das Schimpfen nicht lassen und dann bin ich ganz mißmutig und unrund. Aber ich lerne. Und zu streng mit sich selbst soll man ja auf keinen Fall sein. Habe ich jedoch Erfolg mit der Beschneidung, also höre ich sofort auf, vor mich hin und in mich hinein zu schwafeln, dann bin ich frei jeglicher Gefühlsregung und Anspannung, ja sogar der Gedanken, und selbst Wut, Zorn und Schmerz etc in mir drin verflüchtigen sich und ich kann meine Aufmerksamkeit auf das Schöne, Notwendige oder Freudvolle richten.

 

'Ich habe etwas gegen die Vernunft, die den Spaß verdirbt, gegen ihre übertriebenen Ansprüche, durch die das Leben vergewaltigt wird […]. ich laße mich eben treiben, wohin mein natürlicher Hang mich führt;2' Und ein intelligenter Mensch wie ich ist besondern anfällig, Knecht der freudlosen, peinigenden Vernunft zu werden und sich nur dadurch Respekt und Anerkennung zu verschaffen zu meinen. Das ist wie bei Millers 'Das Drama des begabten Kindes' und zwar genau so! Ich versuche, all dies abzulegen. Dann werde ich still. Und wenn ich still werde im Außen, finde ich, so hoffe ich, Stille und Ruhe im Inneren. Dann kann ich wie Montaigne in Zeiten des Schreckens und des Wahns ruhig in meinem Turmzimmer sitzen und meine Gedanken und mein Herz auf das wahrhaft Erforderliche richten. Das Wesentliche ist immer ruhig und ausgewogen und gewaltfrei. Und unabhängig. Ich lebe dabei ganz für mich. Und ziehe mich zurück. Die ars vitae und die ataraxia bedeuten für mich auch, die geistige Unabhängigkeit immer zu bewahren. Die Mode des Denkens plakatiert dies und das und die Masse rennt willfährig hinterher und hält sich dabei auch noch für besonders gebildet, modern, aufgeklärt, intellegent und moralisch und ethisch erhaben. Ich denke selbst. Und prüfe. Ich gestehe, nicht immer gleichmütig daneben stehen zu können und mich nicht aufzuregen. Und schon schimpfe ich wie ein Rohrspatz, gerate in Wallung und kann nicht schlafen. Und schnell greife ich zu Montaigne und übe und übe und übe die Beschneidung der Zunge, die der des Herzens vorangeht. Und irgendwann erreiche ich die vivre à propos, aber vielleicht ist das Üben und das Sich-dessen-Bewußtwerden auch schon ein 'recht leben'. Alles zusammengenommen nehme ich, werfe es in einen Topf wie ich es brauche, rühre um und heraus kommt meine eigene Suppe.

 

 

 

1Montaigne, Essais, S. 343

 

2Ebenda, S. 342

 

GRÜN

 

Ein dunkler Streifen, fast lilaschwarz, daneben ein sattes Tannengrün. Die Form?, fragen Sie - nun, das will ich nicht verschweigen: eine dralle Ausbuchtung nach beiden Seiten, links, rechts, die alsbald nach innen schwingt, um in einer eleganten Spitze ähnlich eines Fangzahns zu enden. Vielleicht noch spitzer. Kein Blüten. Letztere treiben in Wahrheit nur Menschen, aber schweigen wir davon. Wandeln wir lieber in möglichst unberührter Natur, ansonsten siehe Kästner - wer will sich schon die Laune verderben? Und ihrem Nachwuchs? Schicken Sie ihre Kinder in Privatschulen, in Zeiten wie diesen ist dies die einzige Möglichkeit, sie unter Deutschsprachigen unterrichten und verweilen zu laßen, was gleich zu setzen ist mit: sie überhaupt unterrichten und entwickeln zu laßen.

Nein, nein - verschließen wir weiterhin unseren Geist vor der sozialen Realität. Wer will sich schon die Laune verderben? Lächeln. Das ist die beste Waffe und oft die einzige, die uns noch bleibt. Wobei ein kräftiger Fausthieb und Techniken der Messer-und Würgeabwehr durchaus zum Einsatz kommen, wenn es so bleibt, wie es ist.

Was sagte ich? Schschschsch...

Meditieren wir weiter über ein grünes Blatt. Faser und Maserung. Fasern und Maserungen. All erdenkliche Abstufungen der psychoaktiven Farbe Grün. Kaufen Sie sich eine Pflanze und betrachten Sie sie mindestens 2 Stunden am Tag. Zwischendurch und ganz bewußt. Sie werden lächeln und ihre Seele auch. Günstig ist überdies ein Bauarbeiterhörschutz - für alle, die ohne Schallschutzfenster in Städten wohnen -, denn ein Verkehrdezimierungskonzept und daher Lebbarkeitskonzept ist wie alles andere für Rote wie Grüne nichts als Lippenbekenntnis.

Meditieren Sie im Anblick ihres ganz privaten Grüns über nichts, da das meiste Etwas dieses Landes - Landes? des ganzen Kontinents! - Sie in unlautere und depremierende Gefühlsagiationen stürzen wird, von denen Wut und Hoffnungslosigkeit noch die harmlosesten sind.

Laßen Sie sich des Weiteren nicht verwirren von der Farbe Grün als Sinnbild des Islams. Alles passé. Seit Yasser Arafat ist sie durch und durch braun von Kopf bis Fuß - Heil...! - oops!

Ich wollte Sie doch glücklich zurück laßen! Schnell! Jetzt! Eine Eingebung. Von Nöten. Aaaaaaaaaaah.

Ach ja. Irland. Uff, gerade noch den Schwenker geschafft. Gehen Sie Céili-& Set-Dancing, das hebt die Laune ungemein und macht Sie fit und froh.

Was sagen Sie nun? Glücklich? Ein wenig? Hmm...Na, an mir liegt's nicht!

 

 

 

I found a text from November 2011 I wanna share with you it's called:

 

Ohren steif halten

 

Erich Kästner schreibt 'Ohren steif halten! Hornhaut kriegen! Verstanden? Wer das Erste heraushat, der hat schon halb gewonnen.' und 'Ihr sollt lernen, Schläge einzustecken und zu verdauen. Sonst seid ihr bei der ersten Ohrfeige, die euch das Leben versetzt, groggy. Denn das Leben hat eine verteufelt große Handschuhnummer, Herrschaften!1' Ja, so ist es. Wenn ich mich selbst beobachte, wenn mich das Leben schlägt – eigentlich ist es nicht das Leben, vielmehr manche Menschen, die respektlos und grenzüberschreitend Mähdreschern gleich ihre Umgebung niederwalzen -, dann muß ich, wenn ich ehrlich bin, zugeben, daß ich sofort zu Boden gehe. Blutend. Völlig ohne Schutz. Es ist, als würde ich mich aus mir selbst verabschieden, meinen Kahn verlassen, den Schlägen überlassen, und in eine Schoberwelt hinüber flüchten. Und dann werde ich gekapert und überrannt, fremd bestimmt und geentert. Ich sehe zwar, daß es falsch ist, und schaue zu, als wäre ich am Marterpfahl gebunden. Und dann muß ich radikal dagegenrudern um zu retten, was zu retten ist. Das ist anstrengend. Und bereitet mir viel Kummer, Schmerz und unnötigen Stress, Unruhe. Oft auch ehrheblichen Geldverlust. Schlimmer ist der Energieverlust und das Verlieren der Kraft und Lebensfreude. Ich stelle mich jetzt so dar, als würde mir das stets und in jeder Lebenslage passieren. Nein, zum Glück nicht. Wäre ja noch schöner. Ich flüchte bei genau einer Sache. Genau einer. Und die ist wichtig. Und die ist mein Dilemma. Sie heißt: meine Arbeit. Wertschätzung, Erfolg, im Rampenlicht stehen, mich zeigen und sagen 'hey, ich bin fantastisch und verdammt gut!', eigenen Wert bestimmen, einfordern etc. Mein Haus ist groß und geräumig, aber das Erfolgs-Ruhm-Können-Macht-Zimmer vernachläßige ich nicht nur, nein, viel schlimmer, ich räume es sobald, irgendwelche Vagabunden, Strolche und Räuber des Weges kommen. Dabei sollte ich mit der Uzi in der Hand sofort zur Stelle sein und scharf schießen. Die meisten würden eh schon bei einem Warnschuß links beim Ohr vorbei schreiend davon laufen. Also, eigentlich gar nicht schwierig. Wenn ich nur da bliebe. Vor Ort und Stelle. Wo renne ich denn da hin? Das Bild ist: ein kleines Kind läuft mit den Händen schützend über den Kopf davon und versteckt sich unter der Decke bei der Oma oder alleine. Unter der Decke. Nur Katzen erlaubt. Ganz ganz ganz klein. Klein und winzig. Und machtlos. Laut E-M stehe ich nicht alleine mit diesem Reflex und hurra, es gibt Abhilfe! Und die lerne ich nächste Woche. Ich lerne gerne. Und jetzt ist mir das Thema so unangenehm geworden, daß ich mal wieder geflüchtet bin, und E-Mails gelesen habe. E-Mails lesen bringt's meist nicht. Facebook oder wie die Verdächtigen sonst noch so heißen sind auch nichts als Fluchtpunkte hinaus aus dem Jetzt. Allerdings sind Bücher auch nichts als Fluchtpunkte. Fernseher und Radio besitze ich nicht. Daher fröne ich der Büchersucht. Macht das glücklich? Nein. Auch nicht. Es heißt immer, Kinder sollen viel lesen, das fördere die Phantasie. Ich sage, Kinder sollen viel ohne Aufsicht mit Gleichaltrigen draußen im Grünen spielen, neue Spiele erfinden und auch mal nichts tun, das fördert das eigenständige Denken und die Phantasie! Siehe Astrid Lingren. Oder mich. Warum Bücher lesen bei Erwachsenen die Phantasie fördern soll, ist mir nicht klar. Ich bin kreativ, wenn ich nicht lese, sondern unter kreativen Menschen bin und mit diesen anregende, bereichernde Gespräche führe, oder wenn ich durch die Stadt gehe, und wenn ich neue Städte besehe. Kurz: wenn ich mich geistig oder physisch bewege. Somit hat doch Feldenkrais recht, wenn er sagt, Bewegung erschaffe Bewußtsein. Alles, was starr ist, ist tot oder zumindest bewußtlos.

Umherschweifen. Neues lernen. Ich glaube, es war Kästner, der sagte, er sei immer ein Lernender gewesen. Eigentlich sagte dies auch Montaigne. Und ich bin ein Zugvogel, der gerne seinen Schwarm finden würde. Wie das häßliche kleine Entlein. Kein Mensch muß stationär leben, solange er nur sein Rudel hat, ist er beheimatet. Wurzeln müßen nicht zwangsläufig an einem Platz verzweigt sein, der Ort, Makom, ist nicht unbedingt physisch, er kann sozial sein. Mir sind die Leute nicht ganz geheuer, die behaupten, ihre Wurzeln seien nur geistig geschlagen. Also, da renne ich schon mal weg. Da stimmt was nicht. Ein Mensch ist doch Geist, Seele, Körper und soziales Wesen. Wie kann man da 3 außer acht laßen? Nicht auf Dauer. Nicht gesund. Nicht glücklich. Bei mir ist's so, daß der Platz schon stimmen muß, aber das Seelische und Soziale sind genauso wichtig. GLeichwohl ich stamme auch von Nomaden ab. Das merke ich doch immer wieder. Vielleicht suche ich auch nur die Flucht aus einem nicht so sozialen hinein in ein erfreulich soziales Umfeld, in eine Gruppe, die mir entspricht. Find your pack! - muß ich lauter heulen? Seid ihr alle taub? HEY!! BIN DA!

Darum machen Bücher nicht glücklich oder kreativ.

Ich muß das wissen, denn ich verschlinge sie wie andere Schokolade und dies seit meinem 6. Lebensjahr. Im Grunde muß man gar nichts wissen, um glücklich zu sein. Wissen ist eher schädlich. Aber nicht so schädlich wie das, was allgemein Erziehung genannt wird. Aber darüber will ich nicht sprechen. War gerade auf Facebook. Ich sage nur: sehr schädlich! Sonst: Schweigen.

Ich rauche lieber eine Zigarette und rufe A an, um mal zu sehen, wieviel sie für Gesangsunterricht verlangt. Das ist auf jeden Fall besser als in heutige Medien auch nur ein Auge zu werfen. Reden ist immer gut. Von wegen Schweigen ist Gold. Mit jemanden reden ist Platin für's Gemüt. Das heißt ja nicht, daß man dauerredet. Das wäre ja Monolog. Kein Miteinander. Singen ist wunderbar. Vielleicht die wahre Karriere?

Ich finde zwar, Pinkola-Estés hat recht mit 'Wenn du nicht hinaus in den Wald gehst, wird nie etwas passiere, und dein Leben wird nie beginnen', aber ich habe manchmal das Gefühl, ich brauche dazu wie im Calvin und Hobbes-Comic einen Vollschutz samt Helm. Wobei ich ja selbst immer predige '“ja, aber“ gibt’s nicht'. Die Kunst ist irgendwie, aus seiner Komfortzone hinaus zu gehen, und bei sich zu bleiben und sich wohl zu fühlen. Und das kriege ich nicht so hin. Zur Zeit. Vielleicht sollte ich Schritt für Schritt vorwärtsschreiten, nicht mir untrainiert im Stabhoch- und Weitsprung den Hals zu brechen. Ich mache immer ewig gar nichts, um dann irgendwie in einem Akt der Verzweiflung alles auf einmal unbedacht zu tun. Denn meine Ziele und Wünsche sind hoch gesteckt. Und ich will sie pronto und vorgestern. Verstanden? Um mich schlagend. Dann falle ich auf die Nase, blute und weine und verstecke mich wieder für lange lange lange Zeit. Da verstehe ich mich selbst nicht. Ich verstehe mich selbst nicht. Ist das jetzt ein Problem? Nein, vielleicht eine Herausforderung. Muß man sich immer verstehen? Dann bin ich eben so. Ist doch auch ok. Theoretisch geht es einem ja besser, wenn man sich nimmt, wie man ist und so. Praktisch geht das wie? Oder geht das so: ich schreibe auf einen Merkzettel, wie ich bin, meine Fehler, meine Herangehensweise, meine Stärken, meine Schwächen (anhand von Fallbeispielen), und dann beim nächsten Handeln schaue ich vorher nach und weiß dann, worauf ich achten muß, was ich vermeiden sollte, wie ich etwas tun sollte. Das klebe ich auf den halben Bildschirm und einen .. nein, auf die Hand tätowiere ich es nicht!.. vielleicht auf meine Handyhülle einsticken lassen, auf mein Handy kleben (nein, mein Handy ist nicht an meiner Hand angewachsen).

Ich schreibe all dies, auch weil ich eine Aufgabe vor mich herschiebe. E-M hat sie mir gestern empfohlen. Aber sie ist mit Schmerz verbunden und wer will den schon? Aber wenn es hilft, dann gehe ich durch den Schmerz und laße ihn auf diese Weise hinter mir. Ich weiß aus Erfahrung, daß das funktioniert. Es ist wie eine überlebensgroße Hürde nehmen, die man scheut. Die Aufgabe ist: Alles aufzuschreiben, welche Fähigkeiten und Eigenschaften ich entwickelt habe, dadurch, daß von Kindsbeinen an meine – ah, und das darf man ja in dieser Gesellschaft und Zeit gar nicht in den Mund nehmen und wenn dann nur verknüpft mit einer Entschuldigung (warum eigentlich?) - Hochbegabung unterdrückt und verboten wurde. Also, ich unterdrückt wurde. Und dann soll ich mich bedanken. Uff. Das hat mit dem In-die-Schoberwelt-Flüchten zu tun. Was ist daran positiv? Egal. Ich schaue in mich. Nein. Ich verflüchtige mich. Es ist mir zu schwer. Es drückt mich. Erdrückt mich. Und ich werde ein Klumpen Stein. Mit Rückenschmerzen. Und Kopfweh. Ich flüchte und füttere meinen Kater. Jetzt. Ich bin so traurig. Nun und klein.

 

 

1Kästner, Erich: Das fliegende Klassenzimmer, S. 18, Hamburg, 2009